Warum fast jede Entwicklungsabteilung ihren eigenen Programmierstecker baut
Ein Beitrag von Andreas Bergmann, Geschäftsführer
Ich arbeite seit über zwanzig Jahren als Entwickler und Berater direkt in den Entwicklungsabteilungen kleiner und großer Unternehmen. In dieser Zeit habe ich überall dasselbe Bild gesehen.
Der Standardstecker passt nicht ins Produkt
Für den Prototypen braucht es einen Programmieranschluss. Der genormte Steckverbinder ist dafür da — nur ist er für das fertige Gerät zu groß oder zu teuer. Also wird er in der Serie entweder gar nicht bestückt, oder er bleibt drauf und verteuert jedes einzelne Gerät. Und Platz kostet er in beiden Fällen.
Also baut man sich einen eigenen
Das ist der Punkt, an dem in vielen Häusern eine eigene Lösung entsteht: ein selbst definierter Stecker, ein Steckerfeld, eine Kontaktleiste. Gebaut wird sie oft von einer studentischen Hilfskraft, ein paar Stück für die Abteilung.
Was dabei entsteht, funktioniert. Es ist nur selten dokumentiert, und mechanisch ist es nicht für jahrelangen Einsatz gedacht.
Und dann vergeht ein Jahr
Eine andere Abteilung fragt an. Ein Kabel geht kaputt und es braucht Ersatz. Es werden mehr Arbeitsplätze ausgestattet. Und derjenige, der die Dinger gebaut hat, ist längst nicht mehr im Haus.
Dann beginnt die Rekonstruktion: Wie war noch die Pinbelegung? Welcher Steckverbinder war das, und braucht man jetzt den Stecker oder die Buchse? Wer weist die neue Hilfskraft ein?
Kommen im selben Zeitraum ein weiterer Debugger und ein anderer Programmieradapter dazu, beginnt das Spiel von vorn. Und die Fertigung meldet sich mit dem Wunsch nach einem Kontaktbild für den Prüfadapter — was wieder eine eigene Konstruktion wäre.
Jahr für Jahr dasselbe.
Was sich dabei niemand ausrechnet
Die Stecker selbst kosten wenig. Teuer sind die Stunden, die dabei entstehen: das Nachbauen, das Einweisen, die Suche nach der Belegung, die Wartezeit, wenn nichts da ist. Diese Zeit taucht in keiner Stückliste auf, und genau deshalb fällt die Rechnung selten auf.
Der Umweg über die Messe
Auf einer Messe stand vor Jahren ein kleiner amerikanischer Hersteller. Auf dem Tisch lagen fertige Adapter für die gängigen Debugger und Programmiergeräte: sofort einsetzbar, nachkaufbar, mechanisch für den Dauereinsatz gebaut — und bis in die Serienfertigung verwendbar, ohne dass ein Steckverbinder auf der Platine bleiben muss.
Genau die Lösung, die ich in den Jahren zuvor immer wieder hätte gebrauchen können.
Ein Problem blieb: Der Einzelbezug aus den Vereinigten Staaten scheitert an Fracht und Zollabwicklung. Für ein einzelnes Kabel steht das in keinem Verhältnis, und die Nachweise für den Wareneingang wollen auch bearbeitet werden.
Deshalb haben wir die Distribution übernommen. Seither gibt es die Kabel aus einem Katalog, mit Artikelnummer, aus deutschem Lager — nachkaufbar in zwei Jahren genauso wie heute.
Warum ausgerechnet bei uns
Ein Adapter geht selten dann kaputt, wenn Zeit ist. Er geht kaputt, wenn das Muster programmiert werden muss, das übermorgen auf dem Messestand steht — oder wenn die Nullserie durch die Fertigung soll und der Termin schon steht.
Deshalb ist die entscheidende Frage nicht der Stückpreis, sondern wie schnell Ersatz da ist.
Das Tag-Connect-Programm besteht aus sehr vielen Varianten, die sich in Polzahl, Rastermaß, Länge und Anschlussseite unterscheiden. Für einen Breitband-Distributor lohnt sich eine Artikelnummer mit zwei Verkäufen im Jahr nicht — für uns schon, weil sie für genau einen Kunden gerade der Unterschied zwischen Weiterarbeiten und Warten ist.
Genau darauf ist unser Lager ausgelegt: nicht auf große Mengen weniger Nummern, sondern auf die Breite.
Wenn nicht alles sofort verfügbar ist
Steht im Shop, dass ein Artikel nicht in der gewünschten Menge vorrätig ist, bedeutet das bei uns nicht das Ende des Vorgangs. Wir melden uns und fragen nach: Wie eilig ist es, und hilft ein Teil sofort weiter?
Oft ist die Antwort ja — weil das eine Kabel für das Muster gebraucht wird, das übermorgen fertig sein muss, und die übrigen neun für ein Projekt im nächsten Quartal. Dann geht das eine heute raus und der Rest folgt in ein bis zwei Wochen, weil wir uns vom Hersteller per Express beliefern lassen.
Manchmal finden wir auch anders eine Lösung: Ware, die für ein anderes Vorhaben als Puffer liegt und dort gerade nicht dringend gebraucht wird, lässt sich nach Rücksprache umdisponieren. Umgekehrt fragen wir bei Ihnen an, bevor wir etwas anfassen, das Ihnen zugesagt ist.
Die Versandkosten fallen je Bestellung an, nicht je Sendung — eine vereinbarte Teillieferung kostet Sie innerhalb Deutschlands also nichts zusätzlich. Einzelheiten stehen unter Versand und Zahlung.
Das ist der Teil unserer Arbeit, den ein Katalog nicht abbildet: Bei uns liest jemand die Bestellung.
Andreas Bergmann ist Geschäftsführer der Collion Verwaltungs GmbH, der persönlich haftenden Gesellschafterin der Collion GmbH & Co. KG. Er arbeitet seit über vierzig Jahren in der Elektronikentwicklung, davon rund zwanzig Jahre überwiegend als Berater in den Entwicklungsabteilungen seiner Kunden.